Zum Jahreswechsel häuften sich die Berichte über Tiere, die von ihren Besitzern an Flughäfen zurückgelassen wurden. Was steckt dahinter?
Neuerdings kommt es häufiger zu Berichten über Hunde und andere Haustiere, die verlassen an Flughäfen entdeckt werden. Im US-Bundesstaat Iowa fanden beispielsweise Mitarbeiter des „De Moines“-Airport eine Hündin außerhalb des Gebäudes angebunden. Am Flughafen San Francisco ließ ein Besitzer seinen Mischling zurück, nachdem es Probleme mit den erforderlichen Dokumenten gegeben hatte. Auch in Las Vegas entdeckte man an einem Gate des Harry Reid International Airports einen neun Wochen alten Welpen. Am selben Flughafen wurde eine Schildkröte auf der Toilette entdeckt. Und in Nordrhein-Westfalen wurde der Zoll kurz vor Silvester über einen „blinden Passagier“, ebenfalls eine Schildkröte, informiert, die scheinbar zurückgelassen wurde.
Die Flut an Berichten wirkt alarmierend: Gibt es etwa aktuell einen Trend dazu, dass Tiere an Flughäfen ausgesetzt werden? „Das Aussetzen von Tieren gibt es schon lange, aber ich glaube nicht, dass es sich um eine Epidemie handelt, bei der Menschen ihre Haustiere auf Flughäfen aussetzen“, sagt Holly Sizemore von der gemeinnützigen Tierschutzorganisation Best Friends Animal Society, laut der Washington Post. Vielmehr würden sich Medien derzeit stark auf Fluggesellschaften fokussieren – was zu einer erhöhten Berichterstattung führt. Trotzdem bleibt die Frage: Warum setzen Besitzer ihre Haustiere einfach am Airport aus?
Offenbar liegt es daran, dass Besitzer nicht immer optimal auf eine Reise mit dem Haustier vorbereitet sind. Im Fall des Mischlings in San Francisco war dem Halter aus China angereist und hatte nicht die richtigen Papiere für die Weiterreise mit dem Tier dabei. Daraufhin flog er einfach weiter an die Ostküste, ohne das Problem zu lösen. Der Besitzer der Hündin in Iowa hatte hingegen nicht das richtige Transportbehältnis dabei und wurde vom Flughafenpersonal abgewiesen. Später fand man den Pitbull ausgesetzt auf dem Flughafengelände.
„Das ist moralisch und strafrechtlich falsch“, sagte Joe Stafford, Direktor der Tierschutzorganisation Animal Rescue League of Iowa, die bei der Rettung und Pflege des Pitbulls, den die Mitarbeiter Allie nannten, behilflich war. „Es gibt eine Menge Ressourcen, die den Besitzern in jeder Situation helfen können“.
Sie möchten keine News und Tipps rund um Urlaub & Reisen mehr verpassen? Dann melden Sie sich für den regelmäßigen Reise-Newsletter unseres Partners Merkur.de an.
Wichtig ist in erster Linie, dass Tierhalter sich vor einem Flug genau über die Richtlinien der Airlines für Haustiere informieren. Die Reisebestimmungen können sich je nach Fluggesellschaft unterscheiden, genauso müssen die Vorschriften des Reiselandes beachtet werden. „Es geht nicht nur um die Fluggesellschaften, sondern auch darum, wohin man fliegt. Was ist dort erlaubt?“, sagt Kelly Donithan, Direktorin für globale Tierkatastrophenhilfe bei Humane Society International, laut Washington Post. „Es hängt alles von der Fluggesellschaft, der Route und dem Zielort ab.“ Hilfreiche Informationen zu den Anforderungen gibt es auf den Webseiten der Airlines – zum Beispiel, welche Boxen benötigt werden oder ob es Beschränkungen bezüglich der Rasse oder des Alters des Tiers gibt.
Viele der zum Jahreswechsel ausgesetzten Tiere sind mittlerweile wieder gut aufgehoben. Die Hündin Allie wurde von einer Familie adoptiert, welche die verlassene Vierbeinerin bereits am Flughafen gesehen hatte. Der Mischling vom Flughafen in San Francisco hingegen wurde wochenlang in einem United-Airlines-Büro von Mitarbeitern umsorgt. Nun lebt der Welpe bei einem Piloten der Fluggesellschaft und trägt den Namen Polaris – benannt nach der Business-Class von United.