Das Tierheim in Neustrelitz gerät dieser Tage an seine Grenzen. Nicht, weil es an Futter mangelt oder vermehrt Fund- und Abgabetiere gebracht werden. Der Grund für den Hilferuf des Tierschutzvereins, der das Heim seit vielen Jahren am Stadtrand von Neustrelitz betreibt, ist eine Pilzerkrankung, die unter den Katzen grassiert.
Ende letzten Jahres zeigten sich bei einigen Katzen Hautausschläge und Haarausfall. Der tierärztliche Befund brachte die Erkenntnis, der Ausschlag durch einen hochansteckenden Hautpilz verursacht wird. Seitdem herrscht Pilzalarm im Katzenhaus. Um die Krankheit einzudämmen, steht das Katzenhaus seit Anfang Januar unter strenger Quarantäne. Und nicht nur das.
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Sämtliches Mobiliar – vom Kratzbaum bis zum Sofa – musste rausgeschafft und entsorgt werden. Nur die Plastikboxen und die Katzenklos blieben den Katzen in den drei Stuben und vier Außenzwingern. Täglich gehen die Mitarbeiter in Schutzanzügen und über ein Seuchenmatte in die Katzenbehausungen, um vom Fußboden bis zum Fensterrahmen alles zu desinfizieren.
„15 der insgesamt 23 Katzen haben die Symptome gezeigt und wurden geimpft. Die Tierärztin kommt regelmäßig zur Kontrolle”, sagt Tierheimleiterin Monique Schwarz. Sämtliche Unterkünfte im Katzenhaus wurden mit Ozon behandelt, um dem Pilz auch in der letzten Ritze den Garaus zu machen.
Um den Tieren in der aktuellen Situation dennoch Abwechslung zu bieten und Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, werden die Stuben und Zwinger mit „Wegwerfmobiliar” täglich neu ausgestattet. „Das sind Kartons, in die wir Decken und Handtücher legen, damit sich die Tiere darin zurückziehen können. Am nächsten Tag muss alles wieder raus und entsorgt werden”, schildert Monique Schwarz.
In Plastiktüten verstaut, sammelt sich der Müll am Katzenhaus. Ein Ende der Quarantäne ist erst Mitte März in Aussicht. So lange müssen die Heim-Mitarbeiter den zusätzlichen Aufwand betreiben, der auch finanziell hart ins Kontor schlägt. „Allein für die Schutzanzüge, die nach jedem Einsatz beseitigt werden, mussten wir seit Januar 600 Euro zusätzlich ausgeben. Hinzukommen teure Latexhandschuhe, die Kosten für die Impfungen”, zählt Vereinsvorsitzender Silvio Schwarz auf.
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Um später das Mobiliar im Katzenhaus wieder ersetzen zu können, braucht es ebenfalls Geld. Da kommt schnell eine vierstellige Summe zusammen. Der Verein ist ohnehin auf Spenden angewiesen, um das Heim betreiben zu können. „Viel wichtiger als mit Geld wäre uns aktuell mit Kartons, Handtüchern und Decken geholfen”, sagt Schwarz.
Er könne sich auch vorstellen, dass Jugendliche vorbeikommen und aus dem vorhanden Material – von der Klopapierrolle bis zum Joghurtbecher kann alles gespendet werden – Spielzeug für die Katzen basteln. „Wir benötigen jede Menge davon, dann die Sachen müssen nach einem Tag ja wieder aus den Stuben und Zwingern entfernt werden”, sagt er. Wer dem Tierschutzverein helfen möchte, kann sich unter folgender Telefonnummer melden: 03981 400850.